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26. September 2012 2 Min. Lesezeit

Nicht mehr wegzudenken

Computer und Internet sind nicht mehr wegzudenken. Was diskutiert und ausprobiert wird, ist die Art und Weise, wie die Technologie eingesetzt wird.

Um so merkwürdiger finde ich, dass trotzdem noch diskutiert wird, ob überhaupt, in Bereichen, in denen eigentlich nicht mehr darüber geredet werden muss, sondern eingesetzt werden sollte. Das wann, was und wie wird längst in Beruf und Alltag ausprobiert, aber ausgerechnet in der Grundschule nicht, in der man eigentlich lernen dürfen soll.

Vor vierhundert Jahren hat man den Kindern die geistigen Fähigkeiten eines Stubenkükens beigemessen, heute dürfen sie Mathematik bereits ab der ersten Klasse anwenden.

Computer haben seit -zig Jahren die Organisation der Organisation von Arbeit verändert, und die Menge derer, die sie einsetzen, ist größer geworden und viele Menschen können daran teilhaben.

Wir sind an einem Punkt, an dem wir experimentieren dürfen und justieren müssen, bei dem wir nicht fragen sollten, ob.

Ich wollte mich raushalten und habe an Diskussionen im Netz nie, mit Freunden selten teilgenommen. Ich bin müde von Grundsatzdiskussionen, an deren Ende ich immer denke: Wer ein Buch liest, klettert nicht auf Bäumen.

Das Netz ergänzt und verändert. Wir sind dabei mitten in der Phase des Ausprobierens und werden Fehler machen. Die Fehler gehören zum Lernen. Das muss man nur so formulieren, dass alle es verstehen und ein gutes Gefühl dabei haben.

Ich liebe Techniken, ich liebe ihre Ästhetik und ihre Möglichkeiten. Ich finde es befremdlich, wenn jemand sagt, er könne nicht zeichnen, so wie andere es befremdlich finden, wenn ich sage, ich kann nicht programmieren. Beide sagen: Jeder kann.

Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt – und an verschieden Stellen auch schon angefangen – etwas zu dem Thema aufzuschreiben, zu dokumentieren und meine Meinung zu formulieren (die mir immer erst beim Schreiben richtig klar wird) und vor allem auszuprobieren. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich viele Dinge noch nie gemacht habe und andere auch nicht und uns (Menschen, die älter als Kinder sind) oft nur die Erfahrung und Informationen fehlen. Zum Beispiel wie man ein Zeitraffervideo aus Handybildern macht. Während die einen bereits viele Erfahrungen gemacht und ihr Können erweitert haben, wissen die anderen gar nicht mehr, worum es eigentlich geht. Ich habe 1985 meinen ersten Super-8-Film gedreht, später mit Video, die Kameras gehörten nicht mir. Jetzt haben viele die Kamera in der Hosentasche.

Ich werde oft von Freunden gefragt, was diese Blogs eigentlich sind, und modulieren den Satz genau so, dass ihr bereits gefälltes Urteil zum Ausdruck kommt. Keiner hat je mein Blog gelesen, jedem versuche ich mit Worten das Herz zu öffnen für die Vorzüge des Schreibens und Lesens von Texten, die Menschen geschrieben haben, die sonst nicht schreiben würden. Am liebsten würde ich jedoch sagen: Ein Blog ist eine Technologie des Schreibens.

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