Wir waren vierzehn Tage an der Algarve, ein Familienurlaub in einer Wohnung eines Freundes von uns. Die Anlage befindet sich am Rand eines kleines Ortes namens Pera. Pera liegt in der Nähe von Armação de Pera, einem Touristenort mit Hochhäusern die mein Herz für Retro-Future höher schlagen ließ. Perfekt wäre es gewesen, wenn zwischen den Stockwerken Raumfahrzeuge hin und her geflogen wären.
Wir hatten einen klapprigen Punto gemietet und fielen nicht auf. Den Führerschein und das Sicherheitstraining macht man in Portugal im Auto-Scooter.
Es gibt keine Ampeln, Kreuzungen werden durch Kreisverkehr geregelt. Man blinkt nicht beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr. Wenn es Kreuzungen gibt (wir hatten nur eine in Albufeira), dann gilt offensichtlich links vor rechts.
Gehupt wird nicht.
Im Auto blieb ich bei einem Sender, der mich mit feiner Musik erfreut hat: Bowie live, Twin Shadows, Blurs Song 2 … tagsüber, einfach so, abends The Kills und Diiv und Django Django und anderes Feines wie für einen Sampler zusammengestellt. Den Sender habe ich mir gemerkt: [Antena 3]. Außerdem habe ich gemerkt, das die Sprache einen angenehmen Klang hat.
Ich musste sehr über die trockene Ironie der Portugiesen lachen. Sie können mit wenigen Gesten mehr sagen als manche mit vielen Worten, ich fand sie immer sehr direkt und geradeaus ohne herablassend oder arrogant zu wirken. Das ist natürlich nur die Einschätzung nach 14 Tagen in einem Urlaubsgebiet, aber vielleicht ist da ja etwas dran.
Sehr lustig fand ich einen, der Aufstand, um Frisbee zu spielen und das Ding in hohem Bogen wie ein Bumerang direkt in die Sandburg meiner Tochter segelte. Er guckt mich an, zeigt mir den Daumen nach oben (eine oft gesehen Geste, die ich dort sehr schätzen gelernt habe, nicht in dieser verkrampften Art mit angespanntem Trizeps und Bizeps, sondern aus dem Handgelenk heraus), nimmt eine Handvoll Sand und repariert damit lässig tätschelnd den kaputten Turm.
Das ganze Glück der Erde fand ich auf einem Teller mit gegrillten Sardinen, gekochten Kartoffeln und Gemüse. Das ist maßlos übertrieben, aber genau der Satz, der mir in den Sinn kam, wenn wir unter freiem Himmel saßen und aßen.
Wir haben selbst frischen Fisch gebraten und ein Gericht versucht nachzukochen (Reis mit Tomaten, Tintenfisch und frischem Koriander). Auf dem Grill haben wir rote Wurst mit sehr dünner Haut gelegt, das war keine so gute Idee, in Grünkohl wäre sie perfekt gewesen; überhaupt scheint mir die grobe, fettige Wurst am besten für Suppen und Eintöpfe geeignet.
Eine Frau hat uns einen Tipp gegeben, den wir sehr gut fanden: Bifania. Das ist ein Brötchen mit weichem Schweinefleisch.
Wenn wir tagsüber in einer Bar waren, gab es Suppen, Teigtaschen mit diversen Füllungen, Sandwiches und – wie gesagt – Bifana.
Generell ist alles sehr zurückhaltend gewürzt.
In den Bars gibt es Kuchen und süße Teigwaren, die ich nie auslassen konnte. Im Supermarkt ist das Angebot an interessanten Keksen so groß, dass ich sie tütenweise in den Einkaufswagen lud.
Ich habe Fotos gemacht und daraus eine Serie ausgewählt. Bei der Gelegenheit habe ich meine Seite neu aufgesetzt. Schwarzweiß-Film habe ich auch mitgenommen, aber den muss ich erst entwickeln und sehen, ob etwas für die Vergrößerung dabei ist.
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